Sonntag, 7. April 2013
Rachel Joyce: Die unwahrscheinliche Pilgerreise des Harold Fry
Aus dem Englischen von Maria Andreas, zuerst erschienen 2012.
Der Roman endet so:
Sie fassten einander wieder an den Händen und gingen zum Wassersaum hinunter, zwei kleine Gestalten vor den schwarzen Wellen. Auf halbem Weg erinnerte sich einer von ihnen wieder, und ein neuer Heiterkeitsausbruch setzte sie wie unter Starkstrom. Ohne einander loszulassen, standen sie am Wasser und schütteten sich aus vor Lachen.
Donnerstag, 4. April 2013
Sven Regener: Der kleine Bruder
Zuerst erschienen 2008.
Das Roman endet so:
Wird Zeit, daß ich hier wegkomme, dachte er. Wird Zeit, daß ich rauskomme aus der Touristenscheiße hier.
Mittwoch, 3. April 2013
Günter M. Ziegler: Darf ich Zahlen?
Zuerst erschienen 2010.
Das Sachbuch endet so:
Weil die Mathematik so vielfältig ist, und so viele verschiedene Dinge Mathematik sind, ist es so schwer, allgemeingültige, richtige Sätze zu formulieren, die mit »Die Mathematik ...« beginnen. Wenn man den Artikel weglässt, also mit »Mathematik ist ...« anfängt, wird's einfacher. Der Satz »Die Mathematik ist wichtig« ist unsinnig. Der Satz »Mathematik ist wichtig« ist unbestreitbar. Genauso »Mathematik ist (leider) schwierig«. Also sollten wir Sätze sammeln zum Thema »Mathematik ist ...«, genauso wie die Comics zu »Liebe ist ...«. Woody Allen behauptet »Sex ist schmutzig, wenn man's richtig macht«. Vielleicht stimmt auch das: »Mathematik machen ist schmutzig, wenn man's richtig macht.« Mit dem Satz will ich aber nicht zitiert werden.
Dienstag, 2. April 2013
Jo Nesbø: Der Fledermausmann
Aus dem Norwegischen von Günther Frauenlob, zuerst erschienen 1999.
Der Roman endet so:
Andere Menschen hatten nur eine Schwäche für das Leben. Ganz einfach. Na ja, vielleicht nicht ganz so einfach, aber das alles lag jetzt so weit entfernt dort unten. Viertausend Fuß, um ganz genau zu sein. Er umklammerte den orangenen Griff auf der rechten Seite seiner Brust, zog entschlossen an der Reißleine und begann zu zählen: »Einundzwanzig, zweiundzwanzig . . .«
Sonntag, 31. März 2013
Eugen Ruge: In Zeiten des abnehmenden Lichts
Zuerst erschienen 2011.
Der Roman endet so:
Einzig das Knirschen der Hanfseile wird noch zu hören sein. Und das gleichgültige, ferne Rauschen des Meeres.
Samstag, 30. März 2013
Otfried Preußler: Das kleine Gespenst
Zuerst erschienen 1966.
Das Kinderbuch endet so:
Weißer als eine Wolke Schneestaub.
Sonntag, 23. Dezember 2012
Stefan Holtkötter: Bauernjagd
Zuerst erschienen im Jahr 2010.
Der Roman endet so:
Die kalten Hände in den Hosentaschen vergraben, machte sie sich auf den Weg zum Ausgang. Sie nahm sich vor, nicht zu viel Zeit verstreichen zu lassen bis zum nächsten Besuch auf dem Friedhof. Am Tor blickte sie noch einmal zurück. Dann stieg sie ins Auto und startet den Motor.
Sonntag, 16. Dezember 2012
Florian Illies: 1913
Der Roman erschien zuerst im Jahr 2012 und endet so:
Es ist der 31. Dezember 1913. Arthur Schnitzler notiert in sein Tagebuch ein paar Worte: »Vormittags die Wahnsinnsnovelle vorläufig zu Ende dictiert.« Nachmittags liest er: Ricarda Huchs Buch »Der große Krieg in Deutschland«. Ansonsten »Sehr nervös tagsüber«. Dann Abendgesellschaft: »Es wurde Roulette gespielt«. Um Mitternacht stoßen sie an auf das Jahr 1914.
Samstag, 13. Oktober 2012
Wolf Haas: Verteidigung der Missionarsstellung
Zuerst erschienen im Jahr 2012.
Der Roman endet so:
Eventuell könnte ich dort irgendwo ein Buch anfangen. Andererseits. Wenn ich ein Buch anfange, kann ich genauso gut dableiben. Meine Ehefrau MacBook Air ist auch wieder repariert. Fast wie neu. Alles funktioniert so gut. Tipp tipp tipp. »Verrate mir bitte nicht deinen Namen«, sagte Benjamin Lee Baumgartner zu der Burgerverkäuferin. Wie gut diese Tasten gehen. Tack tack tack. Man muss nur die Finger hinauflegen. Pickpickklappklapp flupp flupp flupp gnack gnack gnack. Irgendwie peckpeckpeck geht es von selbst. Fast wie bei diesen Zauberklavieren, wo die Tasten ohne Pianisten spielen. »Ich finde, wenn man erst einmal den Namen weiß, ist der Zauber schon zerstört.« Sagte er. Sagte sie. Hätte er fast gesagt. Der Anfang ist immer am leichtesten.
Dienstag, 9. Oktober 2012
Stefan Holtkötter: Bullenball
Zuerst erschienen im Jahr 2011.
Der Roman endet so:
Für den König von Brook.
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